Manchmal sitzt in einem 1:1 Raum eine Frau vor mir und erzählt.

Von ihrer Beziehung.

Von ihrem Alltag.

Von dem Gedankenkarussell in ihrem Kopf.

Von diesem Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, ohne genau sagen zu können, was.

Und während sie erzählt, passiert etwas.

Ganz oft kommt irgendwann dieser Satz:

„Jetzt, wo ich es ausspreche …“

Als wäre etwas plötzlich sichtbar geworden.

Nicht weil ich etwas Schlaues gesagt habe.

Nicht weil ich die Lösung kenne.

Sondern weil da Raum war.

Raum, um laut zu denken.

Raum, um Gefühle auszusprechen.

Raum für die Dinge, die im Alltag oft keinen Platz bekommen.

Ich glaube, wir tragen unglaublich viel mit uns herum.

Gedanken.

Fragen.

Zweifel.

Sehnsüchte.

Und vieles davon bleibt im Kopf.

Dreht dort Runde um Runde.

Bis wir irgendwann selbst nicht mehr wissen, was eigentlich unser Gefühl ist und was nur noch ein Gedanke darüber.

Ich kenne das selbst.

Deshalb liebe ich diese Räume.

Weil dort nichts passieren muss.

Keine Erkenntnis.

Kein Durchbruch.

Keine Entscheidung.

Und trotzdem entsteht oft etwas.

Klarheit.

Nicht die Klarheit, die von heute auf morgen alles verändert.

Eher die leise Klarheit.

Dieses innere:

„Ach so.“

„Darum geht es eigentlich.“

Genau diese Momente berühren mich.

Wenn jemand sich selbst wieder hört.

Zwischen all dem Lärm.